Bildungsgerechtigkeit durch Aussetzen der Versetzungsordnung

Die bildungspolitische Sprecherin des Kreisverbandes der FDP Baden-Baden und Zweitkandidatin der FDP für die Landtagswahl im Wahlkreis 33, Barbara Oesterle, erklärt zur Debatte über die Aussetzung der Versetzungsordnung für das Schuljahr 2020/2021:

Der seit Beginn der Corona-Pandemie veränderte Schulbetrieb stellt die Schulen nicht nur vor große administrative und digitale Herausforderungen, sondern führt zu noch nie da gewesenen Problemen im Bereich der Leistungsbeurteilung.

Unterschiedlichste Digitalstandards und Beschulungskonzepte treffen auf unterschiedlichste Lernsituationen bei Schülerinnen und Schülern. Die Qualität und Teilhabe an schulischen Lernprozessen ist divergenter denn je und macht eine qualifizierte Leistungsbeurteilung geradezu unmöglich.

Bildungsgerechtigkeit muss oberstes Gebot haben. Die veränderten Lernbedingungen stellen, neben den digitalen Herausforderungen, die Schülerschaft auch vor große Anforderungen im Bereich des Selbstmanagements und der Eigenmotivation. Diese außerordentlichen und sehr belastenden Lernsituationen dürfen die Schülerinnen und Schüler nicht noch stärker belasten und überfordern und dürften nicht zu einer Nicht-Versetzung führen.

Schülerinnen und Schüler sollten nicht zu Verlierern der Corona-Pandemie werden, indem die individuelle Bildungskarriere jedes Einzelnen noch stärker beeinträchtigt wird.

Gerade aufgrund der derzeit nicht absehbaren Entwicklung der Corona-Lage wird eine schnelle Rückkehr zu einem geregelten Normalbetrieb nicht möglich sein.

Die Baden-Badener FDP fordert daher die Aussetzung der Versetzungsordnung für das Schuljahr 2020/2021 mit Ausnahme der Abschlussprüfungen.

Barbara Oesterle

Kreisvorstand der FDP Baden-Baden